
Merkmale eines erfolgreichen Podcasts
Unabhängig voneinander haben kürzlich die Podcasts StayForever und ThePod über ihre Erfolge, ihr jeweiliges Wachstum und das Jahr 2024 aus wirtschaftlicher Sicht gesprochen. Dies möchte ich zum Anlass nehmen, hier einen kleinen Kommentar zu verfassen.
Gliederung
- Einleitung
- Merkmale eines guten Podcasts
- Wie beeinflussen diese Merkmale das Wachstum?
- Erfolgsbeispiele für wachsende Podcasts
- Warum stagnierendes Wachstum gefährlich ist
- Fazit
- Quellen
Einleitung
Es ist schon fast Tradition (zumindest seit zwei Jahren), dass ich in der Weihnachtszeit einen größeren Beitrag für M10Z
liefere. In den Weihnachtsferien 2023 war es die Fotostory zu Gothic 1 Classic. Im Jahr 2024
ist es dieses Epos hust – eine kurze Zusammenfassung meinerseits, was einen erfolgreichen Podcast ausmacht.
Podcasts sind heute eines der beliebtesten Medienformate, doch nicht jeder Podcast erzielt große Hörerschaften. Was
macht einen Podcast erfolgreich? Wann ist ein Podcast gut? Dieser Artikel untersucht die zentralen Merkmale, die
Qualität definieren, und zeigt,
wie sich diese auf das Wachstum eines Podcasts auswirken (können). Dabei greifen wir auf bewährte Strategien und
aktuelle
Erkenntnisse aus der Podcast-Branche zurück.
Um den Umfang zu begrenzen, wird in diesem Beitrag nur der Raum der deutschen Spielepodcasts betrachtet – und hier
explizit nur ThePod und StayForever.
Zudem sind kaum auswertbare Daten öffentlich verfügbar. Aussagen über das Wachstum von Projekten beziehen sich daher
ausdrücklich nur auf
mündlich übermittelte Werte in etwaigen Podcasts, sowie auf persönlichen Beobachtungen.
Merkmale eines guten Podcasts
Um die Definition eines guten Podcasts zu erläutern, werden im Folgenden nicht-technische und technische Merkmale von
Podcasts bzw. deren Output, den Audioprodukten, behandelt.
Content auf drei Standbeinen
Weit verbreiteten Ansätzen zufolge sollte ein kreatives Produkt drei Spezifikations-Säulen abdecken, um eine mindestens
gleichbleibende und idealerweise wachsende Verbraucherschaft zu erreichen und zu binden. Auf diesen Säulen sollte die
Content-Strategie basieren.
Im Wesentlichen gibt es zwei Varianten dieser Säulen, die sich jedoch im Wesentlichen nur in der Beschreibung bzw.
Definition der Perspektiven unterscheiden.
Der erste Ansatz1 spezifiziert folgende drei Säulen:
- Halo / Leuchtturmproduktionen (HERO)
- Bread and Butter Inhalt (HUB)
- Community-Integration (HELP)
Ein alternativer Ansatz2 beschreibt die Elemente wie folgt:
- Lehrend, bildend – Wissenstransfer
- Erzeuge einen Mehrwert, verschwende keine Zeit
- Inspirierend
- Zeige neue Perspektiven auf, präsentiere Innovation, erweitere den Horizont
- Unterhaltend
- Spaßig und humoristisch, abwechslungsreich, Erleichterung des Alltags
Es ist ein integraler Bestandteil des Produkts, in diesem Fall der Podcasts, diese drei Eckpunkte abzubilden. Im
Folgenden wird anhand von Beispielen gezeigt, wie ThePod und StayForever diesem Schema folgen. Dabei ist zu beachten,
dass sich einzelne Formate und Episoden nicht zwangsläufig einer Kategorie zuordnen lassen, sondern häufig fließend in
diese übergehen bzw. sich im Laufe ihres Bestehens entwickeln und anpassen.
StayForever
StayForever produziert umfassende Podcasts, die bis auf wenige Ausnahmen edukativ sind. Thematisch werden Retro-Spiele
sehr ausführlich und journalistisch sorgfältig aufbereitet, analytisch und unterhaltsam präsentiert.
Die drei Hauptformate StayForever, StayForever Spielt und StayForever Technik decken vollumfassend zwei Kernakspekte ab,
HERO und HUB. StayForever spielt hier ihren Qualitätsanspruch deutlich und regelmäßig aus, da sich nahezu alle
Produktionen auf einem perfektionistisch hohen Anspruchsniveau bewegen – explizite ‘HERO’-Inhalte sind im Grunde nicht
notwendig.
Aufgelockert durch thematisch abweichende Produktionen (‘Format ohne Namen’, ‘Quiz’, ‘FAQ’) werden weitere Aspekte
abgedeckt. Das ‘Format ohne Namen’ entführt den Hörer in lockerer Form in den Alltag der Produzenten. Im Quiz wird der
Podcast-Alltag durch ein kurzweiliges und unterhaltsames Produkt unterbrochen.
ThePod
ThePod zeichnet sich durch eine hohe Konstanz und Experimentierfreudigkeit aus. Seit Bestehen des Podcasts wird jeden
Sonntag eine Folge des Stammformats ‘Auf ein Bier’ veröffentlicht. Zusätzlich erscheint monatlich das Retro-Format ‘Auf
ein Altbier’. In weiteren regelmäßigen Formaten werden andere Aspekte der Spielebranche auf unterschiedliche Art und
Weise thematisiert. Verschiedene Formate erscheinen konstant ohne nennenswerte Unterbrechungen. (HUB) Content ist somit
ausreichend vorhanden.
ThePod ist ebenfalls sehr stark im (HELP) Bereich – hier überwiegend durch das Format ‘Nachgeforscht’. Das ‘Spiele-ABC’,
sowie das ‘Magazin’ schlagen in eine ähnliche Kerbe, jedoch klar sanfter im Anspruch.
Klar definierte Zielgruppe
Zu wissen, wer die eigenen produzierten Inhalte konsumieren soll, ist entscheidend für die Ausrichtung und Zielsetzung
des eigenen Podcasts. Es nützt niemandem etwas, wenn ein Outdoor-Survival-Beitrag produziert, aber an eine primär
Wellness-Interessierte Personengruppe ausgespielt wird. Die Zielgruppe zu kennen, bzw. zu planen und gezielt
anzusprechen, ermöglicht eine effiziente Content-Produktion und ist der Grundpfeiler einer Content-Strategie3.
StayForever bespricht hauptsächlich Retro-Videospiele. Videospiele -> (leider) überwiegend männlich. Retro ->
überwiegend 40+. ThePod verfolgt in einem ähnlichen Bereich eine ‘Vollsortimenter’-Strategie und behandelt sowohl
aktuelle als auch ältere Videospiele – aber nicht ausschließlich: Non-Gaming-Inhalte sind ebenso vorhanden wie
überlappende Medienproduktionen, z. B. Filmbesprechungen.
In beiden Beispielen ist das Grundthema ‘Technik’. Da technikaffine Menschen gleichzeitig oft werbeaversiv sind,
verfolgen beide Projekte einen strikten ‘keine Werbung’-Ansatz, um diese Gruppe nicht zu verärgern.
StayForever sammelt Informationen und Stimmungstendenzen seiner Community durch regelmäßige und detaillierte Umfragen.
Daraus werden Maßnahmen abgeleitet, die vor allem das Produkt und seine Ausrichtung schärfen. Wenn Formate zu sehr von
den drei Säulen abweichen oder eine zu kleine Zielgruppe erreichen, ist es wichtig zu
überlegen, ob sie weitergeführt werden sollen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass eine kleine Untergruppe nicht
unbedingt ‘schlecht’ ist. Es ist durchaus eine sinnvolle Strategie oder Option, Inhalte für mehrere dieser Gruppen zu
produzieren, da bediente Nischen oft treu und kaufkräftig sind[20] [21].
Abschließend einige Stichworte zur Definition der Zielgruppen:
- Demografische Daten
- Alter, Geschlecht, Wohnort usw.
- Interessen
- Spiele, Musik, Filme oder andere Hobbys
- Psychographie
- Persönlichkeitsmerkmale, Werte und Überzeugungen
Relevanter und gut aufbereiteter Inhalt
Der Begriff ‘relevant’ bezieht sich auf zwei Bereiche. Erstens in Bezug auf die
anvisierte Zielgruppe und zweitens ‘chronologisch’ – die behandelten Themen müssen dem
Zeitgeist entsprechen bzw. aktuell sein. StayForever bedient den Zeitgeist -> Retro-Videospiele sind im Trend, da die
SpielerInnen die Erlebnisse ihrer Jugend aufbereitet erneut erleben können. ThePod bedient vor allem den aktuellen
Markt. Besprechungen junger Spiele-Neuerscheinungen (‘Wertschätzung’ und andere Formate) stehen neben einer regelmäßigen
Zusammenfassung aktuellster Branchen-News (‘Magazin’).
StayForever deckt zusätzlich aktuelle RetroNews und relevante Entwicklungen in diesem Bereich in ihrem monatlich
erscheinenden Newsletter ab.
ThePod greift bewusst in die Vergangenheit zurück und bedient mit dem Format ‘Altbier’ die
Retro-Community. Paul Kautz unterstützt hier regelmäßig mit tatkräftigem Fachwissen
sowie passendem Wortwitz und treffenden Anekdoten aus persönlicher Erfahrung.
Hohe Produktionsqualität
Die Produktionsqualität kann in zwei Bereiche unterteilt werden: Die eigentliche Aufnahmequalität und den Umfang der
Nachbearbeitung.
Die Aufnahmequalität wird im Wesentlichen durch die Audioausrüstung bestimmt, während die Nachbearbeitung Ideen,
Kreativität, Zeit und technisches Geschick im Umgang mit der Software erfordert.
Qualität ist eine Kombination aus technischen und subjektiven Faktoren, die die Klarheit, Präzision und Wiedergabetreue
des Klangs bestimmen. Auf erstere möchte ich hier aus Mangel an Fachkenntnis nicht näher eingehen. Letztere sind im
Wesentlichen Klangbalance, Klarheit und Detailtreue, Rauschfreiheit und Dynamik.
Die durchschnittliche Aufnahmequalität von Audioinhalten wird im Jahr 2024 hoch sein. Das bedeutet, dass man mit einer
durchschnittlich sauberen Audioproduktion niemanden hinter dem Ofen hervorlocken kann, mit einer auffallend schlechten
Tonqualität aber durchaus mögliche Zuhörer verliert.
Die Nachbearbeitung umfasst die grundlegende Bearbeitung der ursprünglich aufgenommenen Audiodatei, die im Wesentlichen
nur das gesprochene Wort enthält.
Die Audiodatei kann nun in zwei Bereichen bearbeitet werden: Erstens in Bezug auf die technische Qualität und zweitens
inhaltlich. Im Folgenden werden einige Anregungen und Beispiele für die inhaltliche Bearbeitung am Beispiel von
StayForever gegeben.
StayForever unterstützt seine Aussagen sehr detailliert durch sogenannte Kapitelbilder. Dabei handelt es sich um in die
Audiodatei integrierte Bilddateien, die an definierten Stellen eingeblendet werden können.
Diese Bilder können unterhaltsam und erklärend sein und damit das Produkt deutlich aufwerten – da man aus dem reinen
Audio-Produkt ausbricht und ins Visuelle wechselt.
StayForever reichert seine Audiodateien auch mit Musik, Jingles oder Einspielern und Sprechern an, wenn
es inhaltlich sinnvoll und passend ist. Dies ermöglicht detaillierte
Beispiele, z. B. wenn die Musik eines Spiels besprochen wird, oder im Falle von Einspielern die nachträgliche Korrektur
von Aussagen.
ThePod nutzt die Möglichkeit der nachträglichen, inhaltlichen Aufwertung im Grunde kaum.
Charismatische Moderation und Gäste
Ein offenes, freundliches und angenehmes Auftreten ist grundsätzlich wichtig. Ebenso ist eine klare und deutliche
Aussprache von Vorteil. Beide Punkte sind jedoch inhärent subjektiv und können daher von mir kaum beurteilt werden. Der
Tonfall sowie eventuelle Besonderheiten in der Aussprache des Sprechenden müssen von jeder HörerIn selbst beurteilt
werden.
Das Einladen und Einbinden von Gästen kann festgefahrene Rhythmen auflockern, Sichtweisen Dritter präsentieren und den
Podcast über die eigenen Grenzen hinaus erweitern bzw. für eine mögliche Community des Gastes öffnen.
Konsistenz und Regelmäßigkeit
Die beiden Podcastbeispiele in diesem Artikel bestechen durch ihre außergewöhnlich konsistente Produktion: Nachfolgend
zwei
Screenshots der entsprechenden RSS-Feed-Analysen von ThePod[18] und StayForever[19].
ThePod schafft das Kunststück, sehr konstant zu sein und gleichzeitig regelmäßig Formate zu starten und zu beenden. Zu
sehen im RSS-Analyser.
Anfangen und Aufhören ist an sich nichts Schlechtes, denn ohne das Ausprobieren von Neuem geht es nicht voran.
Interaktion mit der Hörerschaft
Wie bereits im vorigen Abschnitt ‘Community Integration’ eingangs erwähnt, lebt ein
langfristig erfolgreiches Produkt, das nah an der Community ist, von und mit dieser. Die Community konsumiert,
verbreitet und trägt (monetär). Ein Produkt, das an dieser Community vorbeigeht, hat es schwer – da mitunter die
Unterstützung ausbleiben
kann, siehe auch ‘Warum stagnierendes Wachstum gefährlich ist’.
Die folgenden Optionen ermöglichen eine direkte und indirekte Interaktion mit der eigenen Verbraucherschaft:
- Forum
- Direkte Rückbezüge auf Vorschläge und Diskussionen möglich
- Chat
- Feedback und Diskussionen in Echtzeit
- Live-Events
- Aufwändig, teuer aber potentiell enorme Außenwirkung
- Monetäre Optionen (Tickets, Merch)
- Präsenz zeigen und der Community ein Gefühl von Erfolg, Größe und Relevanz präsentieren
- Call-In-Format
- Quiz, ‘Fragen und Antworten’,
- Newsletter
- Asynchrones Aufarbeiten vergangener Themen
Wie beeinflussen diese Merkmale das Wachstum?
Nach der Betrachtung und Bewertung einzelner Merkmale soll untersucht werden, wie diese im weiteren Sinne die positive
Entwicklung des eigenen Produktes und der dazugehörigen Community beeinflussen (können). Dabei ist zu beachten, dass
kein einzelner Faktor für sich allein genommen Priorität hat oder einen maßgeblichen Einfluss ausübt – ein Podcast ist
ein kreatives Produkt und lässt sich nicht in jeder Hinsicht auf harte Kennzahlen herunterbrechen.
Aufbau von Bindung und Loyalität vs. parasoziale Beziehung
Wenn klar ist, welche Personen der Zielgruppe entsprechen4, können Inhalte für sie
geplant, produziert und im Dialog verfeinert werden. Es ist wichtig zu beachten, dass ‘Inhalte verbreiten’ nicht
gleichbedeutend mit dem Aufbau einer Community ist. Ersteres ist praktisch ohne Konsumenten möglich, letzteres lebt
durch sie. Durch Interaktion, Kommunikation und Nähe entsteht eine parasoziale Beziehung: ein einseitiger Effekt der
Beziehung zwischen Konsument und Produzent5. Der Konsument, hier die Community, befindet sich in einer emotionalen
Bindung, die von der Gegenseite nicht reflektiert werden kann – da das Medium der Wahl, von Ausnahmen abgesehen,
ausstrahlt (broadcast) – und nicht einsammelt.
Die dauerhafte Auseinandersetzung mit einer oder mehreren Personen führt zu Identifikation, potentieller Nachahmung und
kultureller Osmose6: Ansichten, Verhaltensweisen und Meinungen werden ganz oder teilweise übernommen. Hier entstand
auch der Begriff Influencer, aus dem Englischen to influence – etwas beeinflussen. Als Communitymitglied oder
Konsument umgebe ich mich für gewöhnlich mit Dingen, die mich widerspiegeln und mein Weltbild verstärken oder
erweitern7.
Vorsicht ist jedoch geboten, da sich alle Parteien immer bewusst sein müssen, dass am Ende eine Dienstleistung, ein
Produkt vermarktet wird. Die Person, die mich influenced, ist nicht mein Freund8 – auch wenn ich Details aus ihrem
Leben kenne, manchmal intime Details (die wiederum der ursprüngliche Grund für das Bestehen der (parasozialen) Beziehung
sind). Der Produzent muss etwaige Anspruchshaltungen umschiffen oder handhaben. Fans sind super. Super Fans sind es
nicht unbedingt. Der Grad ist schmal – jedoch erfolgsrelevant,
da involvierte Personen als Multiplikator wirken können.
Möglichkeiten, mit dieser Beziehung umzugehen, sind unter anderem User Generated Content9 oder Umfragen und
Frage-Antwort-Formate. Das Webportal für Videospieljournalismus Gamersglobal
nutzt diesen Mechanismus sogar als integralen Bestandteil seiner Präsentation und Inhaltsproduktion. Die Community wird
direkt in die Entwicklung und Produktion eingebunden und sitzt somit „mit im Boot“.
Mundpropaganda und soziale Netzwerke
Wie im vorherigen Abschnitt erläutert, ist der sich
erweiternde Kundenstamm für viele Projekte der Grundstein für weiteres Wachstum. Durch Mundpropaganda wächst der
Bekanntheitsgrad, basierend auf konstanter Produktion
und Qualität. EmpfängerInnen über dem (kaum messbaren) Schwellenwert der Zufriedenheit
sehen sich in der Pflicht, mögliche andere Interessierte10 zu informieren und das Produkt weiterzutragen. Ab einer
gewissen Größe hat dies durch den Netzwerkeffekt relevante Ausmaße11. Im schlimmsten Fall bis hin zum Shitstorm.
Dieser organische Wachstumseffekt steht im Gegensatz zur kontrollierten Empfehlung.
Bei der kontrollierten Weiterempfehlung, dem gerichteten Marketingansatz, wird der passende Kanal für die Zielgruppe
gewählt und somit die idealste Plattform für die Verbreitung des Podcasts genutzt.
Dies kann durch verschiedene Methoden erreicht werden, wie z. B:
- Bekanntheitsmultiplikator
- Am einfachsten lässt sich ein Podcast- oder Medienprodukt verbreiten, wenn die eigene Person bereits bekannt
ist. Sei es durch frühere Jobs, die Teilnahme an anderen Projekten oder andere öffentliche Anerkennung. Das ist
natürlich leichter gesagt als getan, zum Teil Captain Obvious und lässt sich auf alle anderen Formen von
Produkten und Dienstleistungen übertragen.
- Am einfachsten lässt sich ein Podcast- oder Medienprodukt verbreiten, wenn die eigene Person bereits bekannt
- Suchmaschinenoptimierung
- Durch die optimale Verwendung von Keywords, Texten und Verlinkungen auf der Podcast-Seite erhöht sich die
Wahrscheinlichkeit, dass der Podcast in Suchmaschinen gefunden wird.
- Durch die optimale Verwendung von Keywords, Texten und Verlinkungen auf der Podcast-Seite erhöht sich die
- Empfehlung durch Influencer / Cross-Over-Formate
- Durch die Zusammenarbeit mit InfluencerInnen aus dem gleichen oder angrenzenden Themenbereich kann erreicht
werden, dass diese den Podcast weiterempfehlen und so neue Hörer gewonnen werden.
- Durch die Zusammenarbeit mit InfluencerInnen aus dem gleichen oder angrenzenden Themenbereich kann erreicht
- Social-Media-Marketing
- Durch den Aufbau einer starken Präsenz in den sozialen Medien können die Hörer dazu animiert werden, den Podcast
zu teilen und weiterzuempfehlen12.
- Durch den Aufbau einer starken Präsenz in den sozialen Medien können die Hörer dazu animiert werden, den Podcast
Monetarisierungspotenziale
Da auch ein Podcast selten von Luft und Liebe lebt, ist eine Monetarisierung unerlässlich. Die folgenden Optionen gehen
über den Abonnement-Mechanismus hinaus:
- Werbung
- Ein riesiger Markt13 mit viel Potential und Herausforderungen
- Die Zielgruppe muss beachtet werden
- Werbeanzeigen können kurzfristig Geld einspielen, aber auch potentielle Kunden vergraulen, da die Werbung im
Widerspruch zu den Kundenbedürfnissen stehen kann.
- Werbeanzeigen können kurzfristig Geld einspielen, aber auch potentielle Kunden vergraulen, da die Werbung im
- Product Placement artverwandter Produkte
- Dies können andere Podcasts oder Produkte der Branche (Technik etc.) sein
- Hier ist Vorsicht geboten, um die journalistische Integrität nicht zu untergraben.
- Dies können andere Podcasts oder Produkte der Branche (Technik etc.) sein
- Merchandising
- StayForever ist hier mit Retroshirty stark vertreten
- Beispielsweise generiert der Tech-Influencer levels.io 25k USD Umsatz pro Monat durch
den Verkauf von einfachen Merchandising-Artikeln – ein Markt, den er nach eigener Aussage
stark unterschätzte.
- In-Person-Events
- Live-Events und -Auftritte lassen die Dienstleister nahbar erscheinen und laden zum Dialog
ein, siehe hier.
- Live-Events und -Auftritte lassen die Dienstleister nahbar erscheinen und laden zum Dialog
- Upsell-Optionen
- In der Regel durch ein mehrstufiges Abonnementmodell dargestellt
- Spenden
- Unaufgeforderte und freiwillige Spenden. Einmalig oder durch freiwillige, höher dotierte Abonnementsmodelle.
Erfolgsbeispiele für wachsende Podcasts
Podcasts sind auch 2025 weltweit ein stark wachsender Markt14. Auf dem deutschen Markt setzt sich dieser Trend
projektübergreifend fort – interessant ist jedoch, welche Projekte aus welchen Gründen davon profitieren.
Für Projekte, die sich über Patreon (teil-)finanzieren, gibt es den
Dienst Graphtreon – dieser greift auf die Daten der historischen Entwicklung zu und stellt
diese ansprechend in Diagrammen dar. Für Steady ist dieser Datenzugriff leider nicht öffentlich. Daher ist es notwendig,
die gewünschten Daten manuell zu erheben – da ich diese leider nicht habe, bzw. keinen Datensatz kenne, kann ich mich
nur auf mündliche Aussagen [11] [12] und persönliche Erfahrungswerte beziehen.
(Update 2025-01-03: Auch im ThePod-Forum wird wieder fleißig über das
Thema Wachstum und Produktpflege diskutiert)
StayForever hat folgende Statistiken veröffentlicht:

SF Insider: Dezember 2024
SF Insider: Januar 2025
Ablesen lässt sich eine klare Stagnation im Wachstum bei ThePod. Bei
entsprechend gleichbleibender Wachstumskurve, wird SF in wenigen Monaten die Krone der Abonenntenzahlen übernommen
haben.
Viel weiter möchte ich hier aber nicht drauf eingehen, da mir jüngst StayForever zuvorgekommen ist, mit einer
Detailtiefe, die ich mangels Datenlage gar nicht leisten kann – bitte lest selber im sehr empfehlenswerten Newsletter ‘
Insider’ nach. Zu
finden hier im Archiv.
StayForever selbst führt ihren Rekorderfolg direkt, jedoch nicht ausschließlich, aber mit Schwerpunkt auf ihre
Aktivitäten außerhalb des Podcasts zurück:
Dank der erfolgreichen Tour, der gelungenen Premiere der SF-Convention in Karlsruhe und des stabilen Geschäfts mit
unserem Merchandise-Shop Retroshirty war 2024 in jeder Hinsicht das beste Jahr in der Geschichte von Stay Forever.
Zwei von Drei sind direkte Community-Interaktionen. Ist das ein Zeichen?
StayForever bedient die drei Hauptkategorien konsequent und in hoher Qualität, der Zielgruppe passend:
- Halo / Leuchtturmproduktionen
- Physische Goodies, Hochwertiges Print-Magazin
- Seltene, aber aufwendige Formate: “Die zweite Reihe”, “Ein Spiel und seine Geschichte”
- Bread and Butter Inhalt
- SF, SSF, SFS
- Merchandising
- Community-Integration
- Quiz, Umfragen, Abstimmungen, Fragen und Antworten
OKCool
Auch OKCool ist erneut ein Gewinner in Sachen Wachstum und Umsatz (wobei auch ThePod seinen Umsatz deutlich steigern
konnte, da viele UnterstützerInnen zu einem Upgrade der Abonnementstufe bewegt werden konnten).
OKCool setzt von Anfang an klar und deutlich auf Diversität und Frauen “aus der Industrie”. Zwei Themen, die so noch
nicht behandelt wurden – werden die beiden Podcastplatzhirsche (ThePod und StayForever) doch von alten weißen Männern
produziert.
Dom kommt viel öfter ins Plaudern und erzählt einen Schwank aus dem Alltag.
Das muss man nicht mögen, aber
wenn, dann trifft es einen Nerv beim Publikum. OKCool ist hier spürbar emotionaler und empathischer als die Angebote der
Vergleichsgruppe. Insgesamt ist es Dom hier also gelungen, zunächst eine Nische zu finden und dann genau darauf
aufbauend das Angebot für die bestehende Zielgruppe entsprechend zu erweitern. In weiteren Schritten und Formaten hat
OKCool dann die Zielgruppe ausgebaut.
Dom verfolgt mit OKCool einen klaren und strukturierten Plan, den er auch frühzeitig kommuniziert hat. Der Kern des
Podcasts bleibt öffentlich zugänglich, zusätzliche Inhalte werden monetarisiert. Durch weitere freie Journalisten wurde
die intellektuelle Bandbreite erweitert und deren Community angezapft.
Zuletzt hat Dom erfolgreich den Ansatz des limitierten Print-Magazins für AbonnentInnen von StayForever kopiert und
konnte damit einen relevanten Teil seiner AbonnentInnen zum Upsell bewegen.
- Halo / Leuchtturmproduktionen
- Print-Magazin, OKCool History, “harte Themen” (Crunch etc.)
- Bread and Butter Inhalt
- Sehr konstant OKCool, Spielebesprechungen, Spielevorstellungen
- Community-Integration
- Fragen und Antworten, E-Mail-Spiel
Warum stagnierendes Wachstum gefährlich ist
Einer der auslösenden Gründe für diesen Blogeintrag meinerseits war der Thread im ThePod-Forum15, der das
wirtschaftliche Update der Gründer aufgriff und diskutierte. Laut Mitgründer Jochen Gebauer steht das Projekt ThePod
wirtschaftlich geradezu unverschämt gesund da. Ohne dem
Projekt den Erfolg, insbesondere den monetären Erfolg, absprechen zu wollen, ist es doch interessant, diese Aussage vor
dem Hintergrund der offensichtlich schwachen Mitgliederwachstumskurve zu betrachten.
Zu beachten ist: Die Aussage kann sich ebenso auf die Gewinnmarge oder den positiven Cashflow beziehen – der Inhalt
dieses Beitrags, bzw. die Anmerkungen zu stagnierendem Wachstum, bezieht sich nicht spezifisch auf ThePod.
Um ein stagnierendes Wachstum bewerten zu können, muss zunächst versucht werden, die möglichen Ursachen zu ermitteln.
Grundsätzlich gibt es mehrere Möglichkeiten16:
Selbstzufriedenheit oder Betriebsblindheit: Steter Erfolg kann dazu führen, dass das gemacht wird, was immer schon
funktioniert hat. Es wird der bereits etablierten Struktur gefolgt um Aufwand oder Risiko zu vermeiden.
Keine oder geringe Marktübersicht: Wird nicht konsequent über den Tellerrand geschaut, kann dies dazu führen, dass
das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung von Links überholt wird, weil marktkritische Entwicklungen übersehen
wurden17. Im großen Stil zu sehen bei, klassisch, Kodak oder in Deutschland Galeria Kaufhof. Als Erfolgsbeispiel
könnte der Produktpivot der Buchhandelskette Thalia gelten: in einem zunehmend dominierenden Onlinehandel hat Thalia
massiv auf Merchandising sowie Nicht-Buch-Produkte umgeschwenkt, um mehr Käufer in die Läden zu locken.
Im Bereich der Podcasts könnte dies übertragbar sein auf die Auswahl der Themen, deren Vielfalt, sowie der Mitwirkenden
oder die veränderten Konsumgewohnheiten der Kunden – sei es in technischer Hinsicht oder in der Erwartungshaltung an die
Qualität, Quantität usw.
Schließlich sind Technische- und Managementaspekte zu berücksichtigen. Erstere können von außen diskutiert werden,
letztere oft erst, wenn es zu spät ist. Personelle Schwierigkeiten sind immer eine Herausforderung – und sprengen hier
den Rahmen. Technische Probleme hingegen spiegeln sich in mangelnder Sorgfalt wider – als Beispiele seien hier der
eigene Internetauftritt, die Verfügbarkeit des Produkts (Archiv etc.) oder die Produktdatenpflege (Metadaten etc.)
genannt. Solche Dinge spiegeln oft eine Haltung (Sorgfalt und Präsentation der eigenen Arbeit) der Anbieter wider, die
nicht jedem Käufer/jeder Käuferin gefällt18.
Wenn einer oder mehrere dieser Faktoren den Erfolg bremsen, ist es unerlässlich, über mögliche Veränderungen
nachzudenken, da sonst der Abstieg droht. Es sei darauf hingewiesen, dass die Wanderung auf dem schmalen Grat der
Stagnation (die Zugänge entsprechen quantitativ in etwa den Abgängen) natürlich eine Option ist, wenn auch eine
riskante.
Wie kann hier ausgebrochen werden?
Ausgehend von den obigen Erkenntnissen sollten verschiedene Schritte unternommen werden, um sich weiterzuentwickeln.
- Geht gedanklich einen Schritt zurück, betrachtet den Markt, die Konkurrenz und euer Produkt noch einmal.
- Was bietet ihr an?
- Was will der Kunde?
- Was wird bereits abgedeckt?
- Wo könnt ihr qualitativ in eine Lücke stoßen?
- Das geht oft Hand in Hand mit Innovation. Reduziere die Risikoaversion, probiere Neues aus, sei Mutig – das
beinhaltet auch das Absägen von Dingen die nicht funktionieren.
- Das geht oft Hand in Hand mit Innovation. Reduziere die Risikoaversion, probiere Neues aus, sei Mutig – das
- Konzentriere dich auf die Stärken deines Teams.
- Wer kann was?
- Werden Zeit, Energie und finanzielle Mittel effizient eingesetzt?
- Vor allem: Wo können Werkzeuge und organisierte Prozesse
in der Qualität des Endproduktes oder in der Herstellung unterstützen?
- Vor allem: Wo können Werkzeuge und organisierte Prozesse
- Seid transparent, kommuniziert Entscheidungen und Überlegungen. Involviert die Community, aber Obacht vor der lauten
Minderheit.
Der Kunde ist König kommt nicht von irgendwoher.
Fazit
Ein erfolgreicher Podcast überzeugt durch eine klare Zielgruppendefinition, hochwertige und strukturierte Inhalte, sowie
eine authentische Präsentation. Mit konsistenter Qualität und der Bereitschaft, auf das Feedback der Hörerschaft
einzugehen, kann er nicht nur wachsen, sondern auch eine loyale Community aufbauen.
Zusammenfassend die wichtigsten Punkte:
- Es ist elementar, dass der produzierte Inhalt drei Typen von KonsumentInnen anspricht bzw. diesen zuzuordnen ist:
- Leuchtturmproduktionen / besondere Inhalte / Halo-Content
- Alltägliche Produktionen / Brot-und-Butter-Content
- Unterhaltende Produktionen, sowie in Teilen eine Community-Integration
- Stagnation erkennen
- Entsprechend der Marktanalyse Veränderungen erlauben und provozieren
- Challenge the status quo
- Finde deine Edge, deine Nische, baue darauf auf, vertraue auf deine Stärken und entwickle dich entsprechend weiter.
Wenn du noch Nachfragen hast, oder dich mit anderen Podcast-Enthusiasten austauschen möchtest, schau doch gerne auf
unserem Discord-Server vorbei!
Luca
Footnotes
-
HIGH 5: So war das damals! 20 Jahre verspielt #5 – Konzept-Phase ↩
-
We Need to Talk About the 3 Pillars of Content: It’s a Game Changer ↩
-
In a Celebrity-Obsessed World, Have We Reached Peak Parasocial? ↩
-
Authenticity in Fashion and Beauty: Influencer Marketing and the
Development of Parasocial Relationships on Social Media ↩ -
Identifying and understanding your target customer and market segments ↩
-
How Insta’s broadcast feature crept into brands’ marketing strategies ↩
-
The Challenges Surrounding Business Stagnation You Need To Know ↩
